Luo Lingyuan

In China geborene Wahlberlinerin

Luo Lingyuan Luo Lingyuan
(be) Die Schriftstellerin wurde 1963 in der Volksrepublik China geboren und wuchs in einer südchinesischen Provinz auf. Sie studierte Computerwissenschaften und Journalismus und lebt seit 1990 in Berlin. Ab 1992 veröffentlichte sie in China Arbeiten in Zeitschriften und Anthologien.

Im Jahr 2000 erhielt Lingyuan ein Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste in Berlin. Kurze Zeit später folgte ein Literatur-Arbeitsstipendium des Berliner Senats und 2002 ein Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin. Für ihren Erzählband „Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock!“ wurde sie Anfang des letzten Jahres mit dem „Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2007“ ausgezeichnet.

Ihre ersten beiden in Deutschland bei dtv veröffentlichten Bücher schrieb Luo Lingyuan übrigens in deutscher Sprache! In „Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock!“ werden in drastischen und bedrückenden Geschichten die dunklen Seiten Chinas geschildert. Häusliche und staatliche Gewalt, Willkür und Korruption stehen immer wieder im Mittelpunkt der Geschichten. Das Buch endet mit einem Donnerschlag und entlässt den Leser beeindruckt und nachdenklich.


Ganz anders geht es im 2006 erschienenen Roman „Die chinesische Delegation“ zu. Hier schildert Luo Lingyuan kurzweilig und sehr humorvoll die Erlebnisse einer chinesischen Reiseleiterin mit einer chinesischen Delegation auf 14tägiger Europareise, natürlich auch nach Berlin. Das Zusammentreffen der verschiedenen Kulturen wird dabei detailliert geschildert und ist unterhaltsam, lesenswert und interessant.

In Frühjahr 2008 erschien das dritte Buch der chinesischen Schriftstellerin. „Nachtschwimmen im Rhein“ ist eigentlich das erste Werk der Autorin. Geschrieben wurde es nach ihrer Ankunft in Deutschland in chinesischer Sprache. Luo Lingyuan wollte mit den 12 darin enthaltenen Liebesgeschichten chinesischen Leserinnen und Lesern etwas über das Leben in Deutschland berichten. Das Buch wurde vom Sinologen Axel Kassing in die deutsche Sprache übersetzt und von Luo Lingyuan danach nochmals überarbeitet.

Im Dezember 2008 erschien ebenfalls bei dtv der Roman „Die Sterne von Shenzhen„.

Wir trafen Luo Lingyuan Anfang 2008 für unser Interview im Hotel Ellington in der Nürnberger Straße.

 

Informationen über chinesische Literatur

Für weiterführende Informationen über die chinesische Literatur geben wir ihnen hier einige Linktips.

Infos bei der TAZ
In den Veröffentlichungen zur Buchmesse kommen auch chinesische Autoren zu Wort. Sehr interessante Beiträge!

Deutsches Buchinformationszentrum Peking
Mit Empfehlungsliste chinesischer Gegenwartsliteratur

Literaturcafe Hier finden sie sehr interessante Podcastbeiträge zu chinesischer Literatur.

Im DTV-Verlag ist ein sehr lesenswertes und interessantes Buch mit dem Titel „Neue Träume aus der Roten Kammer“ erschienen. Es handelt dabei sich um eine Sammlung moderner chinesischer Erzählungen verschiedener Autoren. Das Buch gibt einen Einblick in das literarische Schaffen in China und außerhalb Chinas lebender Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

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