Vegane Mode aus Berlin von UMASAN

Klares Design und wunderbare Stoffe

Sandra und Anja Umann Sandra und Anja Umann

Seit fünf Jahren gibt es in Berlin für vegane Mode das Label UMASAN. Für fast alle Veganer ist diese Ernährungsweise kein Trend, sondern eine Lebenseinstellung. Deshalb möchten sie auch im Bereich der Bekleidung und der Kosmetik so leben. Hinter dem Label UMASAN stehen die Berliner Zwillinge Anja und Sandra Umann. Wir haben die beiden beeindruckenden Frauen in ihrem Flagshipstore im Bikini Berlin besucht.

Anja und Sandra Umann teilen ihre Passion für Kunst, und Literatur, fernöstliche Philosophie, traditionelles Yoga und die Bewusstseinserweiterung durch Selbstreflexion. Anja Umann studierte Modedesign und arbeitete als erfolgreiche Designerin in der High End Fashion- Branche unter anderem für Strenesse, Wunderkind und für Yamamoto in Paris und Tokyo. Die Zeit bei Yamamoto war für Anja dabei die prägendste. Sandra Umann beschritt mit ihrer Passion für bildende Kunst und visuelle Medien einen anderen Weg. Als Profi-Photographin arbeitete sie beispielsweise für Vogue, Gala und Bunte sowie als Creative Director für zukunftsweisende globale Projekte.

Vegane Mode vom Feinsten

Die 2010 von den Schwestern gegründete Marke UMASAN ist viel mehr als Fashion, sie ist die Weltanschauung der Zwillinge: Ihr Ausdruck von Ästhetik, Nachhaltigkeit, veganer Lebensform und Achtsamkeit. „Unser Anspruch und zugleich unsere Motivation war es, etwas Neues zu schaffen, das weit über die Produktion von Kleidung und Etablierung einer Modemarke hinausgeht. Denn Innovation in der Modebranche bedeutet auch, Luxusirrtümer zu korrigieren, kollektive Werte neu zu definieren und individuelle Werte zu steigern.“

UMASAN ist das weltweit erste High Fashion Label, das dem gehobenen Anspruch der Healthstyle Generation gerecht wird. Das vegane Label misst ökologischen und humanen Produktionsverfahren eine ebenso große Bedeutung bei, wie der natürlichen, nachhaltigen und tierfreundlichen Nutzung der Ressourcen.

Vegane Mode aus Berlin von Umasan

Die Berliner Zwillinge Anja und Sandra Umann

UMASAN kreiert avant-garde „feel-good“ fashion aus innovativen, veganen Fasern, wie SeaCell (Algen), MicroModal (Buche) und TENCEL(Eukalyptus) oder aus recycelten Plastikflaschen. Die Materialien fassen sich großartig an und fallen schön. UMASANs Versprechen sind, keine tierischen Produkte, wie Wolle, Kaschmir, Leder oder Pelz zu verwenden, sich zu humanen und ökologischen Produktionsverfahren zu verpflichten sowie die verwendeten Materialien unter nachhaltigen und umweltschonenden Gesichtspunkten auszuwählen. Die sehr puristischen, meist schwarzen Kreationen sind vielfach für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet.

Die jetzt anlässlich der Berliner Fashionweek präsentierte Frühjahr/Sommer-Kollektion 2016 mit dem Titel „revolve“ erinnert dezent an Anleihen aus verschiedenen Revolutionen. Durch das Spiel mit Längen und Texturen wird Dynamik und Spannung erzeugt. Hochwertige Stoffe und durchdachte Details machen den Stil businesstauglich. „Unser Design ist in der jüngsten Kollektion noch klarer geworden“ sagt mir Sandra Umann.

Interview mit Anja und Sandra Umann

Welche Philosophie steht hinter Eurem Label?

Sandra: Umasan heißt, dass wir ein ganzheitlich nachhaltiges Konzept verfolgen. Es bedeutet, das wir vegane Materialien, also pflanzliche Materialien verwenden. Das wir nur in Europa unsere Zulieferer und Produktionsstätten haben. Wir kreieren einen wie wir es nennen, „Wohlfühllook“, der sich aus zwei Komponenten zusammensetzt. Da sind einmal die Materialien, die auch angereichert sind mit beispielsweise Zink oder Algenfasern, Dinge die man normalerweise aus der Kosmetik kennt. Die getragen, sehr gutes für die Haut tun. Der zweite Aspekt ist eine japanische Schnittführung, die meine Schwester bei Yamamoto gelernt hat. Das zusammen führt zu unserem „Wohlfühllook“.

Ist eure Kleidung Unisex?
Anja: Wir haben eine kleine Separierung drin, es gibt Kleider nur für Frauen, aber wir haben auch einen großen Anteil an Unisex-Teilen, das heißt wirklich Teile, die egal ob Mann oder Frau, jeden Menschen kleiden und in denen sich auch jeder wohlfühlen kann.

Wie waren eure beruflichen Werdegänge?

Anja: Ich habe Mode studiert. Ich habe mich zwar erst recht spät dazu entschlossen, das heißt aber nicht, dass ich nicht schon im frühen Alter eine Affinität zur Mode hatte. Die war da, ich habe irgendwann die Entscheidung getroffen, Mode zu meinem Beruf zu machen. Bin dann nach Paris bzw. nach Tokio gegangen, um dort das Design für Yamamoto zu machen. Er ist ja einer der bekanntesten Designer weltweit. Ich habe dort einige Jahre für ihn Design gemacht und dann entschieden, jetzt muss was eigenes her. Nicht nur um die eigene Kreativität umzusetzen, sondern vielmehr auch um ein Wertebewusstsein oder auch einen eigenen Anspruch ans Leben, ein Gefühl oder Verantwortung der Welt gegenüber zu praktizieren und den eigenen Vorstellungen gerecht zu werden. So entstand recht schnell die Vorstellung von Umasan.

Sandra: Als Zwillingsschwestern haben wir so ziemlich alles in unserem Leben geteilt. Das war ein organischer Prozess, der mich da reingebracht hat. Ich mache heute alles was Grafik und unseren visuellen Auftritt angeht.

Wie sind eure Zukunftspläne?

Anja: Ich denke schon, das man eine Vision haben muss, und unsere Vision ist einfach, Umasan wirklich international, weltweit so bekannt zu machen, dass man sagen kann, man kann mit diesem Konzept andere Menschen in der Branche inspirieren, ähnlich zu agieren. Letztendlich ist die Mode eine Branche, die sich sehr wenig mit Umwelt und mit Zeitgeschehen beschäftigt. Wir wollen das in Richtung Nachhaltigkeit ein stückweit voranbringen.

Sandra: Es gibt sehr viele Brands mittlerweile, die „Green“ agieren, oder sich dies auf die Fahnen geschrieben haben. Aber bei den kleineren sieht man es immer wieder, es sieht oft wie „Green Design“ aus. Das ist etwas, was wir anders machen möchten. Wir sind der Meinung, gestärkt durch das Feedback der Konsumenten, dass man einem Kleidungsstück Nachhaltigkeit nicht ansehen sollte.

Welche Materialien setzt ihr genau ein?

Sandra: Nahezu ausschließlich Naturpflanzenfasern, der Ursprung ist z. B. Buchenholz oder Bambus. Bei Bambus muss man aber genau schauen, wie die Produktion abläuft. Wo kommen die Stoffe her? Bei den Buchenholzfasern, da wissen wir es mit ganz klarer Kontrolle, wir haben einen Zulieferer, der in Österreich sitzt und Marktführer ist. Der sehr innovativ mit solchen Fasern arbeitet, über Anreicherung mit Zink oder Algenmineralien. Es ist uns wichtig, dass wir die Möglichkeit haben, vor Ort die Werke anzuschauen. Dann finden seit Neuestem auch Stoffe aus recycelten Plastikflaschen Verwendung.

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Der Laden in der FRIEDRICHSTRASSE 67-70/THE Q20 ist dauerhaft geschlossen.

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