Veganes Leben in Berlin

Vegan in Berlin

Veganes Berlin Vegetarisch, vegan in Berlin

(be) Ein veganes Leben in Berlin ist einfach umzusetzen. Wohl nirgendwo anders gibt es so viele vegane Läden und Restaurants wie in der Hauptstadt. Wer also mit einer fleischarmen oder gar veganen Lebensweise liebäugelt, der trifft hier auf ideale Voraussetzungen. Im folgenden Bericht möchten wir euch Tipps zum Thema „Veganes Leben“ geben.

Rund sechzig Kilogramm Fleisch verspeist jeder Deutsche statistisch pro Jahr. Tendenz allerdings leicht abnehmend. Das ein übermäßiger Fleischkonsum nicht gesund ist, wird von vielen Menschen gegen jede Empfehlung ignoriert. Die Zahl der Vegetarier und Veganer in Deutschland wächst spätestens mit jedem neuen Skandal um Massentierhaltung, Antibiotikaeinsatz und anderen Dingen, die nichts mit dem Wohl von uns Verbrauchern aber alles mit dem Streben nach Gewinnmaximierung zu tun haben. Nach Angaben des Vegetarierbundes Deutschland leben aktuell zirka 800.000 Menschen in Deutschland vegan.

Ethischer Aspekt steht im Vordergrund

Für die meisten Veganer steht der ethische Aspekt im Mittelpunkt. Sie möchten einfach nichts zu sich nehmen oder konsumieren, wofür Tiere getötet wurden oder leiden mussten. Ein weiterer Grund ist die Welthungerproblematik, die in direktem Zusammenhang mit dem hohen Konsum von Fleisch und Produkten tierischen Ursprungs steht. „Die jüngere Generation ist heute offener für Tierschutzthemen und Nachhaltigkeit und lebt diese Werte jeden Tag mit Messer und Gabel und an der Ladentheke“, so Sebastian Zösch, Geschäftsführer des VEBU (Vegetarierbund Deutschland)

Verstärkt reagiert auch die Wirtschaft auf den vegetarisch/veganen Trend. Auf der Wiesn, dem Münchener Oktoberfest wurden bereits 2013 erstmals vegane Gerichte angeboten. Ein großer deutscher Hersteller von Tiefkühlkost setzt ebenfalls auf den Ausbau des Angebots rein pflanzlicher Gerichte. Und auch traditionelle Hersteller von Fleischwaren versuchen sich mit fleischlosen Alternativen im Markt zu positionieren. Der Blick in die Bestsellerlisten des Buchhandels zeigt eine stetig zunehmende Zahl vegetarischer oder veganer Kochbücher.

Berlin, die vegane Hauptstadt

Berlin kann man wie schon erwähnt locker als die Hauptstadt des Veganismus bezeichnen. Nirgendwo ist es so leicht, sich vegan zu ernähren. Zahlreiche Läden und Restaurants bieten alles, was man dazu braucht. Das „Veganz“ war beispielsweise einer der ersten veganen Supermärkte in der Stadt. Eine riesige Produktvielfalt wird hier angeboten. Mittlerweile gibt es aber auch bei den großen Lebensmittelketten viele Artikel für Vegetarier oder Veganer im Sortiment. Vegane Ernährung muss nicht teuer sein, man muss sich aber genau informieren, um sich so zu ernähren, dass man ausgewogen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Vegane Ernährung bedeutet eine bewusstere Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung, aber keinesfalls Verzicht auf Genuss.

Mehr dazu in unserem Video-Interview mit dem veganen Koch Björn Moschinski

„La Mano Verde“ als Vorreiter

Für Jean-Christian Jury, dem Inhaber des ersten veganen Restaurants in Berlin, dem „La Mano Verde“ in Charlottenburg steht eher der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund. Jury betont, dass auch immer mehr Kunden kommen, die rohe Gerichte wünschen.

Dazu ein Interview mit Jean-Christian Jury, Begründer des „La Mano Verde“ dem ersten veganen Restaurant in Berlin

Wo bekomme ich vegane Zutaten?

Natürlich im gewissen Umfang in jedem Supermarkt. Bei manchen Produkten dürfte es eindeutig sein, dass sie nicht mit tierischen Erzeugnissen hergestellt wurden. Bei anderen ist es nicht so einfach, sich darüber Klarheit zu verschaffen. Es gibt natürlich die auf Veganer spezialisierten Läden wie das „Veganz“ oder das Dr. Pogo Veganladenkollektiv und andere. Viele Menschen können oder wollen sich aber die teilweise teuren Produkte nicht leisten. Zunehmend bieten Ketten wie Rossmann, DM, Edeka, Lidl und andere günstige vegetarisch/vegane Produkte an.

Welche Alternativen gibt es zu Fleisch, Käse und Milch? Eine Liste mit Basisinfos findet Ihr hier

Vegetarisch oder vegan am besten selber zubereiten.

Vegetarisch oder Vegan am besten selber zubereiten.

Vegane Mode

Veganer möchten sich nicht nur ohne die Verwendung tierischer Produkte ernähren, sondern diesen Lebensstil auch in anderen Lebensbereichen konsequent umsetzen. Dazu muss man sich schon sehr informieren und sich auf die Herstellerangaben verlassen.

In Berlin gibt es da beispielsweise das vegane Modelabel UMASAN. Die Zwillinge Anja und Sandra Umann teilen ihre Passion für Kunst, und Literatur, fernöstliche Philosophie, traditionelles Yoga und die Bewusstseinserweiterung durch Selbstreflexion. Anja Umann studierte Modedesign und arbeitete als erfolgreiche Designerin in der High End FashionBranche unter anderem für Strenesse, Wunderkind und für Yamamoto in Paris und Tokyo. Die Zeit bei Yamamoto war für Anja dabei die prägendste. Sandra Umann beschritt mit ihrer Passion für bildende Kunst und visuelle Medien einen anderen Weg. Als Profi-Photographin arbeitete sie beispielsweise für Vogue, Gala und Bunte sowie als Creative Director für viele zukunftsweisende globale Projekte.

2010 gegründetes veganes Label

Die 2010 von den Schwestern gegründete Marke UMASAN ist viel mehr als Fashion, sie ist die Weltanschauung der Zwillinge: Ihr Ausdruck von Ästhetik, Nachhaltigkeit, veganer Lebensform und Achtsamkeit. „Unser Anspruch und zugleich unsere Motivation war es, etwas Neues zu schaffen, das weit über die Produktion von Kleidung und Etablierung einer Modemarke hinausgeht. Denn Innovation in der Modebranche bedeutet auch, Luxusirrtümer zu korrigieren, kollektive Werte neu zu definieren und individuelle Werte zu steigern.“

UMASAN ist das weltweit erste High Fashion Label, das dem gehobenen Anspruch der Healthstyle Generation gerecht wird. Das vegane Label misst ökologischen und humanen Produktionsverfahren eine ebenso große Bedeutung bei, wie der natürlichen, nachhaltigen und tierfreundlichen Nutzung der Ressourcen.

UMASAN kreiert avant-garde ‘feel-good’ fashion aus innovativen, veganen Fasern, wie SeaCell (Algen), MicroModal (Buche) und TENCEL(Eukalyptus). UMASANs Versprechen sind, keine tierischen Produkte, wie Wolle, Kaschmir, Leder oder Pelz zu verwenden, sich zu humanen und ökologischen Produktionsverfahren zu verpflichten sowie die verwendeten Materialien unter nachhaltigen und umweltschonenden Gesichtspunkten auszuwählen.Die sehr puristischen, meist schwarzen Kreationen sind vielfach für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet.

Aber nicht jeder kann sich natürlich diese eher hochpreisigen Stücke leisten. Da heißt es also gut zu recherchieren, damit man die Inhaltsstoffe seiner Bekleidung kennt.

Vegane Dessous

Veganes Leben in Berlin - Foto: lost in wonderland
Foto: lost in wonderland

Bei der Recherche zu diesem Artikel begegneten wir auch dem Label „lost in wonderland“. Was für ein schöner Name für hübsche Dessous in veganer Qualität. „Wir sind das heißeste Label für luxuriöse Wäsche in Berlin“, heißt es selbstbewusst auf der Website des kleinen Unternehmens. Gründerin und Designerin Scarlett Großelanghorst entschloss sich nach ihrem Modedesignstudium gegen einen Job in der regulären Modeindustrie, da ihr dort die Wertschöpfungskette meist nicht transparent und nachhaltig genug ist und sammelte vor der Firmengründung ihres eigenen Labels Berufserfahrung als Freelancer in allen Bereichen der Modebranche. Währendessen bereitete sie den Launch ihres Lingerielabels „lost in wonderland“ vor. Die Marke verzichtet aus ethischen und qualitativen Gründen auf den Einsatz tierischer Fasern in der Wäsche und setzt auf spezielle feine Gewebemischungen, die höchsten Tragekomfort bieten und langlebig sind.

Alle Materialien werden von europäischen (meist deutschen, französischen und italienischen) Betrieben bezogen. Produziert wird ebenfalls in Europa. Die feine französische „Leavers“ Spitze stammt von einem der renomiertesten französischen Produzenten, der auch Mc Queen, Michalski, und viele weitere CoutureMarken beliefert. Sie entsteht auf bis zu 200 Jahre alten historischen Rahmen als Handwerkskunst. Das junge Label hat sich in seiner anderthalbjährigen Existenz durch Ehrgeiz, Passform und viel Liebe zum Detail bereits einen internationalen Namen geschaffen und es trotz der Wirtschaftkrise bereits bis nach Amerika geschafft. Ziel von „lost in wonderland“ ist es, die deutsche Wäschebranche von ihrem staubigen Ruf zu befreien und das stellvertretende Label für Luxuslingerie aus Deutschland zu werden. Das Team um Scarlet Großelanghorst arbeitet in einem kleinen Atelier in Friedrichshain.

Fotonachweise: Titelbild (Shutterstock) Küchenfoto (Shutterstock)  Becker, Lost in Wonderland

Die Interviews führte Mel Riot

Veganes Leben in Berlin: Linksammlung zum Thema:

Berlin Vegan  Umfangreiche Infoseite

Veganes Sommerfest  Findet jedes Jahr im August statt

Petas Tipps zum Einstieg ins vegane Leben

Vegan.eu  Das Infoportal

La Mano Verde,  VeganzUMASAN, Lost in wonderland

Veganes Leben in Berlin - Veganer in Berlin auf dem veganen Sommerfest 2015

Veganer in Berlin auf dem veganen Sommerfest 2015

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