Noch zwei Monate bis zur IFA 2016

(be) Noch sind es zwei Monate bis zur Internationalen Funkausstellung 2016 (IFA) in Berlin. Die weltgrößte Messe für Unterhaltungselektronik hat aber schon jetzt Medienvertreter zum sogenannten Innovations Media Briefing geladen, um Appetit auf die vom 2. bis 7. September 2016 stattfindende Messe zu machen. Erfahrungsgemäß gibt’s auf dem Briefing noch nicht die ganz großen „Knaller“ zu sehen, falls es sie denn überhaupt gibt. Die Kameras und Fernsehbilder sind schon unglaublich gut, die Elektrogeräte schon alle unglaublich effektiv, energiesparend und vernetzt. Die Fotokameras glänzen mit unendlich vielen Features und machen unglaublich einfach unglaublich gute Bilder. Also, fragt man sich als Durchschnittskonsument, was soll da eigentlich an Neuheiten kommen? Ist es nicht so, dass die Branche sich unter Druck fühlt, bei der jährlich stattfindenden IFA stets etwas Neues zu präsentieren? Ja, so ist es. Und so hat man letztendlich viele Dinge in den letzten Jahren schon mal gehört oder gesehen, nur dass sie in diesem Jahr noch einen Tick schicker, smarter oder sonst wie daherkommen.

Entdeckungen auf dem Innovations Media Briefing 2016

Es war ja schon im letzten Jahr so. Von 3-D-Fernsehern spricht glücklicherweise schon lange niemand mehr, der Begriff Smart-TV dürfte wohl langsam eingeführt sein. Also geht es in diesem Jahr allenfalls um das noch bessere Fernsehbild, nämlich in 4K und HDR. Als Zielsetzung für die Zukunft kursiert das Kürzel HDR schon seit einer Weile durch die Diskussionen rund um die Fernsehtechnik. Doch jetzt ist es Teil einer neuen Norm – und die ersten Geräte nach diesen Vorgaben sind sogar schon auf dem Markt. Zu erkennen sind sie an einem Logo mit dem Schriftzug „Ultra HD Premium“. HDR-Bildschirme in LCD-Technik müssen nach diesen Spezifikationen Spitzenhelligkeiten von mindestens 1000 Nits erreichen – das ist die internationale Einheit für die Leuchtdichte, die in Datenblättern oft auch etwas umständlicher Candela pro Quadratmeter (cd/m2) genannt wird. Bildschirm-Helligkeiten von 400 Nits sind heute immer noch übliche Werte.

Für Bildschirme in OLED-Technik erlauben die Ultra-HD-Premium-Spezifikationen etwas niedrige Spitzenhelligkeit, weil sie Prinzip bedingt noch nicht so viel Licht abstrahlen können wie ihre Artgenossen auf LCD-Basis. Sie erreichen aber deutlich tiefere Schwarzwerte – und sie können selbst finstere Szenen noch fein differenzieren, erzielen somit einen durchaus vergleichbaren Kontrastumfang. Bei allen Herstellern haben wir beim Briefing Hammer-Fernsehbilder gesehen, ein absoluter Augenschmaus.

Kühlschrank mit Fernsehen

Und da ja in jedem Haushalt schon viele Fernsehgeräte stehen, kam man bei SAMSUNG auf die Idee, in einen Kühlschrank ein 21 Zoll-Display einzubauen, damit man auch beim Bier holen noch gut Fernsehen kann. Man möchte darüber hinaus die Familie wieder gemütlich in der Küche versammeln, allerdings lustigerweise wieder vor einem Display. In das wurde jede Menge Entertainment gepackt. Kochrezepte, aufgenommene Botschaften an Familienmitglieder, die eigenen Fotos auf dem Kühlschrankdisplay und Fernsehempfang. Und dieser Spaß kostet dann, als Beispiel nehmen wir mal den riesigen doppeltürigen Prototypen auf dem Briefing, so um die 5000-6000 Euro. Wohl grundsätzlich eher etwas für den amerikanischen Markt. Aber in einer kleineren, auch in deutschen Küchen unterzubringenden Version soll es den Kühlschrank mit einem großen Display wohl auch geben. Eine weitere Innovation erlebten wir bei einer SAMSUNG Waschmaschine, die für vergessene Socken eine kleine Klappe im Glasbullauge hat, über das man vergessene kleine Wäschestücke einwerfen kann. Sorry SAMSUNG, aber wir machen bei unserer 15 Jahre alten Waschmaschine einfach die ganze Tür auf (ohne dass das Wasser vorher abgepumpt werden muss) und werfen die vergessene Wäsche hinein. Einen Fernsehmonitor haben wir übrigens bei dieser Waschmaschine vermisst. :O)

Gear IconX von Samsung auf dem IFA Innovations Media Briefing 2016

Gear IconX von Samsung

Neben einem leistungsstarken Soundsystem für den Fernseher gab es noch eine coole Kleinigkeit bei SAMSUNG zu sehen. Gear IconX sind kabellose kleine Bluetooth-Ohrhörer mit integriertem MP3-Player, die man ohne lästige Kabel verwenden kann und deren Verpackung sogar als Ladegerät und als Powerbank fungiert und die Kopfhörer wieder auflädt. Dass die kleinen Dinger auch den Puls messen, versteht sich von selbst.

Alles für einen guten Schlaf bei beurer

Dieses kleine Gerät von beurer soll Schnarchen verhindern

Dieses kleine Gerät von beurer soll Schnarchen verhindern

Beurer präsentiert zur Messe ein kleines Gerät, das sich jeder Schnarcher ins Ohr klemmen kann. Es analysiert, wenn geschnarcht wird und bringt den Träger durch gezielte Signale oder eine Vibration dazu, nicht mehr zu schnarchen. Nach Auskunft von beurer soll dies den Schläfer natürlich nicht gleich aufwecken. Darüber hinaus gibt es bei beurer noch ein kleines Gerät, was die Luftfeuchtigkeit misst, eine Gerät was die Luft im Schlafzimmer reinigt und befeuchtet. Schon im letzten Jahr hatten wir ja einen Schlafsensor vorgestellt, der den Schlaf analysiert.

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Oje, falsch fokussiert!

Welcher Fotograf kennt das nicht? Fotos sind misslungen, weil nicht richtig fokussiert wurde. Für solche Bilder gibt es seit einiger Zeit bei Panasonic Abhilfe. Einige Lumix-Kameras sind nämlich in der Lage, innerhalb einer kurzen Belichtung, 30 Fotos mit 49 gespeicherten Schärfeebenen zu machen.

Panasonic-Kamera DMC GX8 mit Post focus-Möglichkeit

Panasonic-Kamera DMC GX8 mit Post focus-Möglichkeit

Der Fotograf kann damit in der Nachbearbeitung (genannt Post focus) den gewünschten Schärfepunkt im Bild festlegen und das gewünschte Resultat von der Kamera als JPG-Bild ausgeben lassen. Weitere Software ist dazu nicht nötig. Eine tolle Möglichkeit, die Wirkung von Fotos zu steuern.

Neuer Jura E8 Kaffee-Vollautomat vom Feinsten

Jura E8 Vollautomat

Jura E8 Vollautomat

„E wie elegant, E wie exklusiv und E wie echtes Espresso-Erlebnis: Die JURA E8 ergänzt die von Grund auf neu entwickelte Vollautomaten-Plattform E-Linie um das erste One-Touch-Modell. Sie repräsentiert perfekt die nächste Generation moderner Espresso- /Kaffee-Vollautomaten – mit innovativen Technologien wie dem Puls-Extraktionsprozess (P.E.P.® ) und dem Intelligent Water System (I.W.S.® ), das mit CLARIS Smart kommuniziert. Die One-Touch-Technologie erlaubt die Auswahl unter 12 Spezialitäten mit einem einzigen Knopfdruck und ohne Verschieben der Tasse. Die Ausstattung, die fortschrittliche Technik sowie das zukunftsweisende Gesamtkonzept der JURA E8 sorgen für fabelhafte Kaffee-Resultate, die anspruchsvolle Genießer in jeder Hinsicht überzeugen.“ Soweit ein kurzer Auszug aus dem Pressetext von Jura. Ich kann nicht ganz überblicken, warum man solche Fachbegriffe für die simple Kaffeeherstellung braucht. Aber im Ernst: die neuen Vollautomaten von Jura sehen, wie von dieser Firma nicht anders zu erwarten,wunderschön hochwertig und edel aus. Die JURA E8 steht in zwei Varianten zur Verfügung: in stylischem Chrom sowie in edlem Platin. Der Preis je nach Ausführung . bis ca. 1200 Euro.

Weitere IFA-Trends 2016

Starker Sound

(Quelle: Messe Berlin Presseinfo) Lautsprecher, die über W-LAN oder Bluetooth Funkkontakt mit ihren Zuspielern pflegen, zählen zu den IFA-Trendprodukten für den guten Ton. Es gibt sie in unzähligen Varianten: Manche setzen nur auf eine der beiden Funktechniken, andere unterstützen beide. Als Musikquellen für die drahtlose Übertragung kommen NAS-Festplatten, Computer, Tablet-PCs, mobile Musikplayer und Smartphones in Frage.

Hinzu kommen Internet-Radioempfang und Streaming-Dienste aus dem Internet. Entsprechende Plattformen spielen als Programmquellen eine immer wichtigere Rolle. Die Fähigkeit drahtloser Lautsprechersysteme, auf diese Dienste zuzugreifen, bestimmen immer häufiger auch die Kaufentscheidungen. Viele Hersteller integrieren zudem Google Cast in ihre Drahtlos-Lautsprecher. Dank dieser Technik können mobile Android-Geräte den Ton direkt an die Lautsprecher funken, ganz gleich, ob der Sound aus dem Musikarchiv im Smartphone oder von einem Streaming-Dienst kommt.

Der Trend zum mobilen Musikgenuss hat auch die Nachfrage nach Kopfhörern belebt. Egal ob MP3-Player, Smartphone oder Tablet-PC – ein Kopfhörer gehört dazu. Die Vielfalt dieser Geräteart ist mittlerweile riesig: Vom einfachen „Ohrstöpsel“ bis zum High Tech-Headphone ist alles im Angebot. In-Ear-Phones lassen sich individuell an die Ohrmuschel anpassen. Besonders hochwertige Modelle arbeiten sogar mit mehreren eingebauten Schallwandlern, die auf unterschiedliche Frequenzbereiche spezialisiert sind – ähnlich wie HiFi-Lautsprecher. Extra leichte Kopfhörer lassen eine mehrstündige Nutzung ohne Druckstellen zu und die Designer machen selbst die kleinsten Produkte zum Schmuckstück.

Technisch gehören neben exzellenter Klangreproduktion so genannte Noise Cancellation-Funktionen zur Unterdrückung der Umfeld-Geräusche zum Stand der Entwicklung, sowohl bei In-Ear-Phones, als auch bei großen HiFi-Kopfhörern, die das Ohr umschließen. Manche Kopfhörer-Modelle kombinieren Noise-Cancelling-Lösungen auch mit einer „Ambient- Aware“-Funktion. Damit kann man individuell per App die Lautstärke der Umfeldgeräusche auswählen; der Nutzer nimmt also, wenn er will, auch die Umgebung akustisch wahr.

Weitere neue Features sind Raumklang und Einmessfunktionen. So gibt es Kopfhörer, die den Sound „von vorne“ anstatt „seitlich“ ausrichten. Dies ist besonders beim Genuss von Livekonzerten attraktiv. Einmessfunktionen passen auf Wunsch das Klangbild den Ohren des Nutzers individuell an. Auch anspruchsvolle Bedienkonzepte sind neuerdings ein Kopfhörer-Thema: Es gibt schon erste Modelle, die auf Gesten reagieren, also zum Beispiel auf einen Wink hin zum nächsten Musikstück springen oder die Lautstärke verändern.

Zu den Highlights der IFA 2016 werden, wie schon im Vorjahr, auch Kopfhörer zählen, die den Ton aus neueren iPhones und iPads nicht mehr über die klassische Kopfhörer-Buchse, sondern direkt über den digitalen Lightning-Anschluss beziehen. Sie haben also eigene Digital-Analogwandler und Verstärker in ihren Hörkapseln, die den Herstellern subtiles Feintuning erlauben. Auch die Wiedergabe von Digitalmusik in sehr hohen Auflösungen oberhalb der CD-Qualität ist auf diese Weise möglich.

Miss IFA präsentiert Produktneuheiten zur IFA 2016: MOKTAK PRO von YAMAZOKi

Miss IFA präsentiert Produktneuheiten zur IFA 2016: MOKTAK PRO von YAMAZOKi – Foto: Messe Berlin

Nicht nur für Nostalgiker: Der Retro-Trend Vinyl

Die schwarze Schallplatte aus Vinyl, eines der letzten Relikte aus der Analog-Ära, erfreut sich anhaltender Beliebtheit: Ihr Absatz wächst sogar seit Jahren. Auch die Verkaufszahlen von analogen Plattenspielern, jahrelang auf dem Niveau einer kleinen, feinen Nische, ziehen wieder an.

Was macht den Reiz der schwarzen Scheibe aus? Klingt sie wirklich besser als die CD, was viele Anhänger des Mediums behaupten? Streng technisch lässt sich das kaum belegen. Aber das Auspacken, Auflegen und Abspielen der großen Scheibe gleicht einer Zeremonie, die in der digitalen Welt kein Gegenstück hat. Kein Wunder also, dass sich unter den Herstellern von Plattenspielern immer noch einige halten, die höchst komplexe Abspielgeräte im Gegenwert eines Kleinwagens anbieten – feinmechanische Kunstwerke auf manchmal zentnerschweren Zargen. Es gibt aber auch wieder eine wachsende Zahl von guten Plattenspielermodellen zu überraschend günstigen Preisen, die so gut klingen, dass ihre Anschaffung lohnt – auch im fortgeschrittenen Digitalzeitalter. Selbst große Vollsortimenter unter den CE-Anbietern, die allzu schmale Marktnischen gar nicht pflegen könnten, legen nach längerer Pause wieder neue Plattenspielermodelle auf und stärken damit den Trend.

Mit den wachsenden Absatzzahlen von Plattenspielern steigen auch die Umsätze mit hochwertigem Zubehör – vor allem mit speziellen Vorverstärkern, die für eine Anpassung an moderne HiFi-Geräte sorgen. Immer mehr Hersteller bauen die Phono-Verstärkerstufe auch gleich in ihre Plattenspieler ein – und kombinieren diese Elektronik manchmal sogar noch mit einem hochwertigen Analog-Digitalwandler. Damit schlagen sie eine die Brücke zwischen Tradition und Moderne: So ausgerüstete Vinylplayer lassen sich nahtlos in komplett digitale HiFi-Systeme integrieren, sogar der direkte Anschluss an einen Computer oder einen Audio-Server wird auf diese Weise möglich.

3D-Sound und Audio-Objekte 

Vor mehr als vier Jahren begann der Kino-Ton den Luftraum zu erobern: Dolby hatte den klassischen Kino-Sound mit seiner Multikanal-Technik für rechts, links, Mitte und Surround um die Höhendimension erweitert. Als Dolby Atmos hielt die Technik Einzug in die Kinosäle, heute gehört sie auch zu den Ausstattungsmerkmalen von Heimkino-Receivern in den Wohnzimmern. Inzwischen hat Dolby Atmos Konkurrenz bekommen – etwa von DTS:X, einem System des anderen großen Anbieters von Kino-Tonsystemen.

Wozu braucht man die Höhendimension überhaupt? Natürlich für cineastische Effekte: Hubschrauber oder lärmende Vögel, die eine virtuelle Schleife über die Köpfe der Zuschauer hinweg fliegen, verleihen dem Kino-Erlebnis die Würze. Sogar erste Kopfhörer können schon 3D-Sound wiedergaben. Dazu brauchen sie allerdings geeignete elektronische Unterstützung, die den 3D-Eindruck auf virtuelle Weise erzeugt. Das Fraunhofer Institut IIS in Erlangen, das maßgeblich an der Ent-wicklung des MP3-Verfahrens beteiligt war, führt seine 3D-Lösung für die Kopfhörer-Wiedergabe in der Innovationshalle IFA TecWatch vor.

Aus Erlangen stammt auch eine neue Tonkodierung, die neben 3D-Sound auch noch weitere spannende Möglichkeiten eröffnet. Als MPEG-H wurde sie bereits in den Rang eines globalen Standards erhoben. In einen einzigen Ton-Datenstrom kann der MPEG-H-Codec mehrere Audio-Objekte verpacken, etwa unterschiedliche Sprachvarianten, zwischen denen man dann mit der Fernbedienung interaktiv wählen kann. Und wenn der Fußballreporter seine Stimmbänder strapaziert, um gegen die Sprechchöre der Fans anzukommen, erfährt er mit Tonspuren in MPEG-H künftig technische Unterstützung: Der Fernsehzuschauer kann mit der Fernbedienung regeln, wie laut sich seine Stimme vom Rest-Getöse abhebt. Wer mag, kann ihm aber auch komplett den Ton abdrehen und das Spiel unkommentiert genießen – nur mit dem Fan-Gesang in 3D. Auch Spielfilm-Dialoge lassen sich nach diesem Prinzip in der Lautstärke regeln. Und schließlich sorgt MPEG-H Audio auf jedem Gerät für einheitliche Lautstärke über Programme, Kanäle und Medien hinweg, etwa damit der Fernseher künftig nicht mehr losbrüllt, sobald die Unterbrecherwerbung beginnt.

Wir hoffen, dass wir Euch/Ihnen einen kleinen Vorgeschmack auf die IFA 2016 geben konnten.

Ein Besuch dort lohnt sich immer, auch wenn bahnbrechende Neuheiten vielleicht nicht unbedingt zu finden sind.

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