Sabine Lisicki

Ein kurzer Berlinbesuch

Sabine Lisicki in der Havellandhalle bei Berlin Sabine Lisicki in der Havellandhalle bei Berlin

Lange war Sabine Lisicki nicht mehr in ihrer Heimatstadt Berlin. Jetzt, kurz nach den Australian Open, hat es einmal für kurze drei Tage geklappt. Zusammen mit Julia Görges kam Lisicki in die Hauptstadt, um in der Havellandhalle im nahen Seeburg vor 5000 begeisterten Zuschauern ein Freundschaftsspiel zu absolvieren.

Nach dem Spiel hatten wir Gelegenheit, Sabine Lisicki zum Gespräch zu treffen. Ich wünsche mir ein großes Turnier für Berlin!

Ihr Aufenthalt in Berlin war zu kurz?
Ja, schade, ich wäre gerne länger in der Heimat gewesen. Aber so ist das Leben nun mal als Tennisspielerin. Außerdem ist es in Stuttgart noch ein Wettkampf, ein Fed. Cup, der zuhause gespielt wird. Zwar nicht in meiner Heimatstadt aber trotzdem in Deutschland.

Was haben Sie in der kurzen Zeit hier in Berlin gemacht?
Trainiert, am Olympiastützpunkt in der Physio vorbeigeschaut, damit man auch fit bleibt. Vor allem nach dem langen Flug ist eine Massage sehr hilfreich. Und ja, ich habe versucht Freunde zu treffen.

Sie sind ja mit 10 Jahren nach Berlin gekommen. Was bedeutet Ihnen die Stadt?
Ich habe Berlin von Anfang an ins Herz geschlossen. Ich hab mich sehr wohl hier gefühlt und auch schnell Freunde am Olympiastützpunkt gefunden. Es ist ein Superumfeld auch mit den anderen Sportlern zusammen, man unterstützt sich.

Es ist doch schön, wenn die Familie mit dabei sein kann.
Auf jeden Fall. Familie und Freunde. Die Familie ist oft dabei, Freunde eben nicht. Das war echt schön.

Sie haben in Ihrer Laufbahn einige Verletzungspausen hinnehmen müssen. Wie bringt man sich da immer wieder neu auf Kurs?
Mit der Leidenschaft zum Sport. Ich habe es einfach unglaublich vermisst, auf den größten Plätzen der Welt zu stehen und zu spielen. Es ist das, was ich liebe und das hat man mir glaube ich auch jetzt in Australien wieder angesehen. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl und dafür lebe ich.

In Australien gegen Maria Sharapowa lief es ja erst ganz gut, dann hat sich aber das Match gedreht.
Ja, es war ein Match auf Augenhöhe das wir gespielt haben. Von vorne bis hinten. Im dritten Satz war es echt knapp. Ich habe halt meine Chancen nicht genutzt, weil ich halt einfach nicht die Erfahrung in diesen spezifischen Momenten hatte und dann hat sie auch super aufgeschlagen und ich habe vielleicht etwas zu defensiv gespielt. Trotzdem war es eine sehr gute Erfahrung, die mich definitiv weiterbringen wird.

Mit wem trainieren Sie?
Mit meinem Vater, wo ich auch bin trainiere ich mit meinem Papa. Nick Bollettieri hat auch einen Einfluss darauf. Wenn er was sieht, bespricht er das mit meinem Vater. Damit man sich kontinuierlich verbessert. Er hat eben soviel Erfahrung, hat viele Nr.1 Spieler hervorgebracht.

Sabine Lisicki

Sabine Lisicki

Fehlt ein großes Turnier in Berlin?
Ja, ich würde es mir sehr wünschen so ein Turnier hier zu haben. Es wäre einfach super. Schon damals, als ich noch auf Platz 100 der Weltrangliste gestanden habe und bei Rot-Weß spielte war es rappelvoll!

Ab 30. Januar werden Sie an Platz 14 der Weltrangliste geführt?
Das weiß ich nicht. (lacht) Ich höre so viele Versionen. Es ist auch nicht das Wichtigste. Man muss einfach kontinuierlich weiterarbeiten. Mein Ziel ist die Top Ten in naher Zukunft. Wenn ich darauf aufbaue, wie ich in Australien gespielt habe und im Federations Cup gut spiele, das bringt mich auch immer weiter. Es macht viel Spaß und es ist auch immer eine Ehre, Deutschland zu vetreten. Wir haben auch eine schwere Auslosung, es ist schwierig, den Titelverteidiger in der ersten Runde zu haben. Es hätte auch leichter sein können, aber wir haben ein gutes Team und verstehen uns gut untereinander. Das ist wichtig und da zeichnet uns der Teamgeist gut aus.

Gibt es eine Planung für Ihr Jahr 2012?
Nein noch nicht ganz. Es kommt immer darauf an, wie weit ich komme und man muss eben auch aufpassen, wie sich der Körper anfühlt. Wenn ich müde bin, werde ich vielleicht ein Turnier herausnehmen. Wir sind da recht flexibel, die Priorität ist, gesund zu bleiben.

Was mögen Sie an Berlin am liebsten?
Ich finde die Stadt einfach unglaublich schön. Ich mag es, einfach nur spazieren zu gehen. Der Hackesche Markt ist schön. Dann an den Museen vorbei. Leider hatte ich immer noch nicht die Gelegenheit, um in die Museen hineinzugehen, was ich sehr bedauere. Ich habe schon zu Freunden gesagt, wir müssten uns im Sommer einfach mal in den Bus setzen und eine Tour durch Berlin machen. (lacht) Dann einfach in die Cafes gehen, es ist einfach eine superschöne Stadt. Ich gehe auch gerne zu den Eisbären. Beim Eishockey ist immer Action und eine tolle Stimmung.

Herzlichen Dank und viel Erfolg und vor allem Gesundheit für die Zukunft!

Dankeschön

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