25 Jahre Mauerfall

Große Lichtinstallation zum Jubiläum

LICHTGRENZE_Brandenburger_Tor - Kulturprojekte Berlin WHITEvoid Christopher Bauder - Foto Daniel_Bueche LICHTGRENZE_Brandenburger_Tor - Kulturprojekte Berlin WHITEvoid Christopher Bauder - Foto_Daniel Bueche

Am 9. November 2014 jährt sich zum 25. Mal der Fall der Berliner Mauer. Ein historisches Ereignis, das Berlin einmal mehr in den Fokus des internationalen Interesses stellen wird.  Die Hauptstadt erwartet zu diesem Jubiläum hunderttausende nationale und internationale Besucher. Sie erleben Berlin als eine weltoffene und kreative Metropole, die in den vergangenen 25 Jahren eine Entwicklung durchlebt hat wie kaum eine andere Stadt.

Anlässlich des Mauerfalljubiläums präsentiert sich Berlin mit einer Reihe besonderer Veranstaltungen und Ausstellungen. Thematisch stehen dabei die Teilung der Stadt, der Kalte Krieg und die friedliche Wiedervereinigung von 1989 im Mittelpunkt. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist eine über 15 Kilometer lange Lichtinstallation, bestehend aus 8.000 mit Helium gefüllten Ballons entlang des ehemaligen Mauerverlaufs. Vom 7. bis 9. November lässt diese „Lichtergrenze“ im Innenstadtbereich Berliner und Gäste der Stadt auf eindrucksvolle Weise nachempfinden, wie gravierend die Teilung für die Bewohner der Stadt über fast drei Jahrzehnte war. Optisch stehen die Ballons im Zentrum. Aber unter dem Motto “Mut zur Freiheit” geht es vor allem um die Menschen, die die Freiheit mit der friedliche Revolution erwirkt haben. An sie wird die Robert-Havemann-Gesellschaft an 100 Info-Punkten entlang der Lichtgrenze erinnern. Wer die einmalige Szenerie aus der Luft betrachten möchte, kann sich von den Kränen auf Besucherplattformen anheben lassen. Air Berlin bietet zudem Rundflüge mit der Flugnummer AB1989 an.

Ab 19 Uhr werden die Ballons in die Höhe steigen. Die Staatskapelle Berlin dirigiert von Daniel Barenboim spielt dazu Beethovens „Ode an die Freude“. Schließlich singt der Brite Peter Gabriel „Heroes“, das legendäre Lied seines Landsmanns David Bowie, das in Berlin entstand und von Helden erzählt: Heroes just for one day and forever and ever.

„Mauer keine Dauer“ – zum Jubiläum des Mauerfalls zeigt der Künstler Ben Wagin sein aktuelles Projekt. Für seine Installation baut er die Berliner Mauer vollständig aus Aktenordnern nach. Wagin möchte damit verdeutlichen, dass die Mauer zunächst nur eine Idee war – entworfen an Schreibtischen von Verwaltungsmitarbeitern. Das fertiggestellte Projekt soll in der Bundestagsbibliothek ausgestellt werden. Zum 11. November ist sie außerdem im Haus der Europäischen Kommission in Brüssel zu sehen.

Auch die Robert-Havemann-Gesellschaft wird sich mit der Veranstaltungsreihe „Widerstandsräume: Friedliche Revolution“ an den Feierlichkeiten beteiligen. Gemeinsam mit der Berliner Zionskirche lädt die Gesellschaft von April bis Oktober regelmäßig zu Podiumsdiskussionen, Gottesdiensten und Ausstellungen. Neben den geplanten Veranstaltungen und Kunstprojekten eröffnet eine Reihe neuer Ausstellungen in Berlin: Am 9. November wird die Dauerausstellung im Dokumentationszentrum Berliner Mauer an Bernauer Straße nach einjähriger Sanierung wieder dem Publikum zugänglich sein. Zur Eröffnung wird es eine Gedenkandacht in der Kapelle der Versöhnung und einen Festakt geben.

Berlin-Besucher haben jederzeit die Möglichkeit, die Geschichte des geteilten Berlins und die Bedeutung der Mauer für die Bewohner der Hauptstadt zu erfahren. Dazu gehören geführte Radtouren auf dem Mauerweg, Besuche der ehemaligen Wachtürme, die East Side Gallery sowie eine Fahrt in den Osten die Stadt in einem echten DDR-Auto der Marke Trabant.

Geschichten hören, Geschichte verstehen: Besucher können am Jubiläumswochenende an zahlreichen geführten Touren mit Zeitzeugen teilnehmen. Freiwillige von “Service in the City” werden über die Veranstaltungen entlang der Lichtgrenze informieren und ihre spannenden persönlichen Erlebnisse am Abend des Mauerfalls erzählen.

Beim Bürgerfest am 9. November vor dem Brandenburger Tor wird der Schauspieler Jan-Josef Liefers mit Zeitzeugen sprechen. Er ist selber einer, denn er war wenige Tage vor dem Mauerfall Redner bei der größten Demonstration in der DDR-Geschichte.

Weitere Informationen auf mauer.visitBerlin.de.

Zeitzeugen erzählen direkt an der Lichtgrenze

Insgesamt 40 freiwillige Helfer werden am 7. und 8. November an der Lichtgrenze unterwegs sein, um Besuchern und Bewohnern ihre persönlichen Mauerfall-Geschichten zu erzählen. Außerdem haben die Volunteers, die für die touristische Gemeinschaftsinitiative “Service in the City” im Einsatz sind, Stadtpläne und Informationsmaterial zu den vielen Angeboten entlang der 15 Kilometer langen Lichtgrenze dabei.

Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin, sagt über die Aktion der bei visitBerlin angesiedelten Initiative: ,,Wenn Zeitzeugen von ihren persönlichen Erlebnissen berichten, wird Geschichte plötzlich greifbar. Das wollen wir mit dieser Aktion erreichen und vor allem den jüngeren Besuchern vermitteln, wie stark die Emotionen dieser Nacht waren.” Erkennbar sind sie an roten Jacken und Taschen mit dem weißen Schriftzug “Service in the City”. Dabei ist das Ehepaar Kerstin und Oliver Scholz, heute 51 und 54 Jahre alt, aus Ost-Berlin, die sich an die Nacht des Mauerfalls vor 25 Jahren erinnern: ,,Wir gehen hinein in den Tränenpalast. Ein Grenzer wirft einen Blick in die Personalausweise. Der Weg führt durch einen schmucklosen Tunnel, wie der Weg in die Stasihölle. Aber das Gegenteil ist der Fall. Der Aufgang zum Bahnsteig – dem Bahnsteig, den zuvor nur Tante Trude aus Reinickendorf und Onkel Helmut aus Spandau betreten durften. Wir können es kaum fassen, der schönste Tag im Leben.”

Oder die heute 58-jährige Gabriele Hartmann, die in West-Berlin im Fernsehen die Pressekonferenz verfolgte, in der die Grenzöffnung bekannt gegeben wurde: “Sofort raste ich per Fahrrad zum nächsten Grenzübergang Oberbaumbrücke. Eine juchzende Ost-Berlinerin rannte auf die Brücke, riss immer wieder ihren Wintermantel auf, unter dem sie nur ein rosa Nachthemd trug und rief: Hier, kiekt ma, so bin ick los, als ick det jehört habe. Ick musste einfach gleich kieken jehn, ob det stimmt!”

Die Geschichten finden Sie auch auch auf der folgenden Seite.

Der Mauerfall im ZDF

Wenn am Sonntag, 9. November 2014, gegen 19.15 Uhr die Politprominenz auf dem Bürgerfest am Brandenburger Tor zur Feier von 25 Jahre Mauerfall illuminierte Ballons aufsteigen lässt, ist das ZDF live dabei. Diese „Lichtspur der Freiheit“ präsentiert den Zuschauern ab 19.10 Uhr „Berlin direkt“-Moderatorin Bettina Schausten. Die 25-minütige Sonderausgabe des Politmagazins am frühen Sonntagabend gibt einen profunden Einblick in die Hauptstadt-Feierlichkeiten am Jubiläumstag.

Die „Lichtspur der Freiheit“, die rund 8000 beleuchtete Ballons entlang des einstigen Mauerverlaufs ziehen, greift im Anschluss an das „heute-journal“ ab 22.10 Uhr auch Gert Anhalt in einer 15-minütigen Reportage auf. Um 22.40 Uhr knüpft die „ZDF History“-Dokumentation „Zwischen den Zeiten“ an den gleichnamigen Fernsehfilm vom Abend an: Dieser erzählt ab 20.15 Uhr eine Dreiecksgeschichte aus den letzten Jahren der DDR – vor dem Hintergrund der Stasi-Verbrechen.

„Die lange Nacht“ anlässlich von 25 Jahre Mauerfall startet ab 23.25 Uhr mit der Dokumentation „Das Wunder von Berlin“ und bietet bis 3.00 Uhr das Wiedersehen mit vier weiteren Dokus zur „Nacht der Entscheidung“ und zur „Geschichte der DDR“.

Quellen: btm, ZDF Presse

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