Berlin vom Wasser aus

Überraschende Blickwinkel auf die Stadt

Dampferfahrt im Tiergarten Dampferfahrt im Tiergarten

In keiner anderen Stadt Deutschlands kann man Natur und Kultur so ausgiebig vom Wasser aus genießen. Das Deutschlands Hauptstadt eine grüne Stadt ist, mit einer Fülle von Wäldern und großen Parks, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Weniger bekannt ist vielen Besuchern, dass Berlin auch ein Paradies für Wassersportler und -liebhaber ist. Doch die Zahlen sprechen für sich: 51,7 Quadratkilometer Wasserfläche gehören zu Berlin, das sind nahezu sieben Prozent des Stadtgebietes; darunter viele Seen und rund 180 Kilometer schiffbare Wasserstraßen. Gemeinsam mit Brandenburg bildet Berlin Europas größtes Binnengewässernetz.

Auf der Spree durch Berlin

Berlin vom Wasser aus zu erleben, bietet auch Einheimischen überraschende Blickwinkel auf ihre Stadt. Und Berlinbesucher werden vielleicht wieder mal feststellen, wie wunderbar Grün die Hauptstadt doch ist.

Die Aufnahmen unseres Kurzfilms entstanden auf einer dreieinhalbstündigen Spreefahrt mit dem Schiff „Prenzlauer Berg“ der Stern- und Kreisschiffahrt. Ausgangspunkt ist der Anleger in der Nähe des Schloss Charlottenburg. Die Tour führt über die Spree bis hinter die Oberbaumbrücke und dann durch den Landwehrkanal zum Ausgangspunkt zurück. Während dieser Tour werden viele Sehenswürdigkeiten des alten und modernen Berlin passiert.

Die 3,5-stündige Fahrt kostet für einen Erwachsenen 20 Euro.

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Die Reederei Riedel ist der zweitgrößte Veranstalter in Berlin. Sie blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zurück und feierte im Jahr 2011 ihr 40jähriges Jubiläum. Die Flotte der Reederei Riedel umfasst 15 Schiffe, alle mit eigenem Bordrestaurant. Die beiden jüngsten Schiffe FSM Rummelsburg und FMS Köpenick sind die einzigen Schiffe in Berlin, die den Landwehrkanal und die Innenstadt durchfahren können. Zu den täglichen Touren gehören Spreefahrten, Brückenfahrten und Stadtkernfahrten und Touren auf den Müggelsee. (www.reederei-riedel.de)

Mehr Brücken als Venedig

Dampferanlegestelle an der Museumsinsel. Berlin vom Wasser aus

Dampferanlegestelle an der Museumsinsel in Berlin

Immerhin war die Stadt, durch die Spree und Havel fließen, einst eine Hansestadt. Und wer sich für Brücken interessiert, muss dafür nicht extra nach Venedig reisen: Mit 1.700 hat Berlin mehr Brücken als die Stadt an der Adria.

Kein Wunder: Eine Vielzahl von Kanälen und Kanälchen durchzieht das Stadtgebiet. So wird ein am und im Müggelsee gelegener Stadtteil des Bezirks Köpenick nicht von ungefähr „Neu Venedig“ genannt. Und „Neu Helgoland“ liegt gleich um die Ecke. So darf die Stadt sich zu Recht mit dem Titel „Wasserhauptstadt“ schmücken.

Dampfer auf der Spree am Bodemuseum. Berlin vom Wasser aus

Dampfer auf der Spree am Bodemuseum

Die Hauptstadt vom Wasser aus erkunden

Zum Frühlingsanfang starten die Berliner Reedereien ihre Dampfersaison und laden Berlin-Besucher ein, die Stadt vom Wasser aus zu erkunden. Wenn das Wetter mitspielt, ist eine Schiffstour vorbei an Berlins Sehenswürdigkeiten und architektonischen Attraktionen eine besonders reizvolle Alternative zur Sightseeing-Tour per Bus. Vor allem die Touren durch Mitte – viele starten an der Anlegestelle Jannowitzbrücke oder Moltkebrücke – lassen sich kombinieren, verlängern oder verkürzen, je nach Lust und Laune.

Ob Innenstadt- Ein-, Zwei- oder gar Sieben-Seentour – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die beliebte Brückenfahrt können Fahrgäste auch in den Abendstunden genießen. Wer lieber bei Tage unterwegs ist, gönnt sich das Skipper-Brunchbuffet als sonntägliches Highlight. Ebenfalls im Programm der Reedereien: eine einstündige Stadtrundfahrt entlang der Spree mit einem komfortablen City-Liner. Zahlreiche Sonderfahrten, von der Schlössertour bei Nacht bis zu Tanz auf dem See, runden das vielfältige Angebot ab.

Dampfer an der Anlegestelle Wannsee. Berlin vom Wasser aus

Dampfer an der Anlegestelle Wannsee

Zahlreiche Reedereien bieten Fahrten an

Die große Auswahl an Wassertouren überrascht ganz und gar nicht, wenn man einen Blick auf die Berlinkarte wirft: Havel, Wannsee, Tegeler See, Spree, Müggelsee, Landwehrkanal oder Dahme – um nur die größten der vielen Berliner Gewässer zu nennen – bieten genug Möglichkeiten, um sich mehrere Wochen lang nur auf dem Wasser aufzuhalten.

Ein wahrer Dauerbrenner und bestens geeignet für Berlin-Touristen, die einen ersten Eindruck von der Stadt gewinnen wollen oder keine Zeit für längere Touren haben, sind die etwa einstündigen Dampferfahrten durch Mitte, die auch am berühmten Nikolaiviertel mit seinen malerischen alten Häusern aus dem frühen 19. Jahrhundert vorbeiführen. Vom Schiff aus kann man Jahr für Jahr, sogar Monat für Monat, dem „neuen Berlin“ vom Wasser aus beim Wachsen und sich Wandeln zuschauen. War das Bild früher noch von großen Baugruben geprägt, kann der Gast heute entlang des Spreeufers beeindruckende und architektonisch einmalige Gebäude und Bauwerke bestaunen. (btm)

Barrierefrei:

Barrierefreiheit in Berlin

Barrierefreiheit in Berlin

In der Flotte der Stern und Kreisschifffahrt sind unter anderem die MS „Havel Queen“ oder MS „ Moby Dick“ speziell für Rollstuhlfahrer ausgestattet. Täglich legen sie an der Greenwich-Promenade in Tegel ab und lassen den Fahrgast die nördliche Insellandschaft Berlins erleben. Vorbei geht es zum Beispiel an der Villa Borsig, Konradshöhe und Alt Heiligensee. Weitere Strecken, auf denen behindertenfreundliche und behindertengerechte Schiffe verkehren, sowie Informationen zur Erreichbarkeit der Anlegestellen sind auf der Homepage unter dem Stichwort „Barrierefrei“ abrufbar.

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