Naturpark Südgelände

Naturoase in der Großstadt

Dampflok im Naturpark Südgelände Dampflok im Naturpark Südgelände in Berlin

(shum) Einst befand sich auf dem Gelände des jetzigen Naturparks ein Teil des Rangierbahnhofs Tempelhof. Das Gebiet umfasst eine Größe von 18ha. Auf einem Rundweg wird verdeutlicht, wie hier in fast 50 Jahren eine wunderbare Naturoase entstanden ist. Die alten Schienen, der Schotter und diverse Weichensteller sind von der Natur zurückerobert worden. Die Schwellen der Schienen sind mit Moos überwachsen, dazwischen erobern sich Bäume ihren Platz und auch die Weichensteller werden langsam von Büschen und Gräsern umhüllt.

Begleiten Sie uns nun auf einem 2.7 km langen Rundweg. Der Blick fällt am Eingang Priesterweg sofort auf dem großen Wasserturm, der das Wahrzeichen für den Naturpark ist. Er streckt sich hinter einer gelben Wand 50 Meter zum Himmel empor. Hinter dieser gelben Wand entdeckt man einen kleinen galerieartigen Tunnel. Neben dem Wasserturm befindet sich die ehemalige Lokomotivhalle, in der wechselnde Ausstellungen oder Veranstaltungen stattfinden. (Auf diesem „Eingangsbereich“ befindet sich auch die einzige Toilette auf dem Areal) Unser Weg führt uns vorbei am Wasserturm und der Brückenmeisterei, in der sich nun die Information und ein Restaurant befinden. Nach nur wenigen Schritten taucht vor uns zwischen Bäumen ein schwarzes Ungetüm auf. Es ist eine sehr schöne alte Dampflok, die hier stolz ihren Lebensabend fristet. Folgt man nun den Schienen, die zu Wegen umgestaltet wurden, dann erreicht man nach einen kurzen Weg eine Lok-Drehscheibe, die Seltenheitswert hat. Entlang des Weges tauchen hier und da vereinzelte Kunstwerke auf, die sich sehr gut in das Gelände integrieren.

naturpark-suedgelaende_0054Der Weg führt durch eine kurze Metallröhre, vorbei an einem Landschaftsschutzgebiet. Wenig später kommt man durch ein Naturschutzgebiet, in dem die Schienenstränge von Gras überwuchert sind und Birken wachsen. Diesem kleinen Wäldchen schließt sich ein Trockenrasen an, mit vielen unterschiedlichen Blumen und Büschen. Dieser Trockenrasen wird von Schafen kurz gehalten, da sonst auch hier der Wald Einzug halten würde. Zu erwähnen wäre, dass es hier im Naturpark 30 Brutvogelarten, 350 Pflanzenarten, 57 Spinnenarten, 15 Heuschreckenarten, 49 Großpilze und 95 Wildbienenarten gibt.

Im Anschluss an den Trockenrasen führt der Schienenweg wieder durch ein kleines Waldstück, um dann auf einer kleinen Liegewiese herauszukommen. Auf der Liegewiese steht auch eine Schaukel für die Kleinen. Der Weg führt wieder in einen kleinen Wald, in dem sich rechter Hand ein ehemaliges Stellwerk befindet. Faszinierend sind auch wieder die total überwucherten und von Bäumen durchsetzten Schienenstränge und Weichen. Unweit hiervon endet der Weg an der Brücke zum Hans-Baluscheck-Park. Nun hat man die Möglichkeit, entweder den unterhalb liegenden Weg zu benutzen oder man geht den selben Weg wieder zurück. Der unterhalb gelegene Weg führte durch ein idyllisches und schattiges Gebiet. Ein Spaziergang durch das Südgelände ist sehr empfehlenswert, man kann sehen, wie sich die Natur Lebensräume zurückerobert. Und das mitten in Berlin.

Die Natur hat sich den ehemaligen Bahnhof zurückerobert.

Die Natur hat sich den ehemaligen Bahnhof zurückerobert. – Naturpark Südgelände

Anfahrt:
Der Naturpark Schöneberger Südgelände ist bequem mit der S-Bahn zu erreichen. Mit der S2 oder der S25 fährt man bis zur S-Bahn-Station Priesterweg. Nimmt man den südlichen Ausgang, dann steht man direkt vor dem Eingang des Südgeländes. Der Eintritt beträgt 1€ (ab 14 Jahren).

Überwucherte Gleise

Überwucherte Gleise im Naturpark Südgelände in Berlin

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