Die VELO Berlin 2016

Fahrradmesse wächst weiter

Foto: Velo Berlin 2015 Foto: Velo Berlin

Mit mehr als dreihundert Marken und Ausstellern bietet die Velo Berlin in diesem Jahr in ihrer sechsten Auflage nochmals ein größeres Informationsangebot als im Vorjahr. Alles, was Radfahren in Berlin und Brandenburg ausmacht, ist zu sehen. „Die VELOBerlin zeigt alles, was die Fahrradwelt zu bieten hat: Von edlen Designerstücken bis zum soliden Alltagsrad. Die Kombination aus Ansehen, Vergleichen, Testen und der Möglichkeit, Räder und Zubehör direkt auf der Messe zu kaufen, macht die VELOBerlin bei Besuchern und Ausstellern so beliebt“, so Ulrike Saade, Geschäftsführerin der Berliner Firma Velokonzept und Organisatorin der VELOBerlin.

Der Berliner Senat wird auf der Fahrradmesse seine „Strategie Fahrradparken“ vorstellen. Die S-Bahn, VBB, die BVG und ein dutzend Aussteller werden Lösungen für ein sicheres und trockenes Abstellen von Rädern zeigen. (Velo Park&Ride)

Mit dem Rad unterwegs in Berlin. Hier im Tiergarten

Mit dem Rad unterwegs in Berlin. Hier im Tiergarten

Zum Leitthema „Mobilität von Morgen“ werden neue Sharing-, Leasing- und Geschäftsmodelle für die urbane Mobilität präsentiert. Auf einem erstmals 10.000 Quadratmeter großen Open-Air-Testgelände können Räder bei Probefahrten getestet werden. Natürlich stehen auch die E-Bikes wieder im Focus, die ja heute bereits mit 12 Prozent einen kräftigen Marktanteil für sich beanspruchen können..

Highlight „Smart Cycling“: Die Digitalisierung hat durch den Erfolg der E-Bikes auch die Rad-Mobilität erfasst. Navigation, Trittfrequenz, Bedienung, Beleuchtung und Motordaten des E-Antriebs laufen in einem Gerät zusammen, sei es der Bordcomputer oder das Smartphone. Die Daten werden über die Cloud geteilt, so dass beispielsweise jederzeit ein Diebstahlschutz aktiviert werden kann oder Techniker per Fernabfrage Servicechecks durchführen. Auch Sicherheitsfeatures wie ein Bremslicht halten durch die Digitalisierung des Radfahrens Einzug. Dies alles macht Radfahren zum „Smart Cycling“.

Highlights für Familien und Kinder gibt es natürlich auch. Zu den Angeboten zählen ein eigener Testparcours für Kinder unter 6 Jahren und ein Outdoor-Gelände, auf dem sich die Kinder über 6 Jahren ausprobieren können. Dazu kommen ein Mountainparcours, viele Einradshows, eine Zirkusschule und Shows von Europa- und Weltmeistern in Disziplinen wie Mountainbike. Ebenfalls auf der Messe vertreten sind wieder mehrere Anbieter von Lastenrädern, die natürlich auch wieder ausprobiert werden können.

Video von der VELO 2015

In Halle 16 können die Besucher Fernweh atmen. Hier finden sich die Reiseveranstalter und auch die Bühne mit den Vorträgen der vielen Weltenbummler, die auf der VELOBerlin ihre Stände aufgebaut haben: Darunter sind Abenteurer wie Martin Lunz, der 7 Jahre mit dem Rad um die Welt gefahren ist oder Matthias Ramsel der eine 7500 km Trans- Mongolia Kite- und Trike-Tour präsentiert.

Events und Gäste auf der VELO 2016

Der 6-fache MTB Weltmeister, Trial-Profi und Weltrekordhalter Marco Hösel nimmt bei der spektakulären Bikeshow spielerisch alle Hindernisse des MTB-Parcours.

Die Kunstradfahrerin Ines Brunn ist der glamouröse Stargast der Messe – manche kennen Sie noch als Wettkönigin bei Wetten Dass…?, als sie auf dem Lenker ihres Fahrrades stehend Pfannkuchen bäckt… Nach den Shows heißt es: Mitmachen und ausprobieren und selbst zum Artisten werden!

Mitmachen heißt es auch den ganzen Tag über beim Goldsprint in Halle 13, beim Faltrad-Wettbewerb Schneller Falter in Halle 17, auf dem Pumptrack in Halle 15, und beim VAUDE Gipfelstürmer in Halle 17.

Ausschließlich bei der Modenschau heißt es „Füße still“! Auf dem Catwalk der Radio Berlin 88,8 Bühne präsentiert das Berliner Herrenmode-Label Ben Weide, Auguste 86 und Atelier feewerk seine neue urbane Kollektion.

Volksentscheid Fahrrad

Auf der Radmesse kann man sich auch über den geplanten Volksentscheid Fahrrad informieren. Dazu eine Pressemeldung der Initiatoren:

Berlin, 11. April 2016. Das Berliner Radverkehrsgesetz ist fertig. Neben Diensträdern für den Bürgermeister und Beschäftigte gibt es weitere neue Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs. Das Radverkehrsgesetz wurde heute Morgen dem Senat zur offiziellen Kostenschätzung und zur Einleitung des Antragsverfahrens übergeben.

In einer Rekordzeit von drei Monaten hat die Initiative mit Unterstützung von Juristen, Verkehrsexperten und Insidern aus der Verwaltung das Fahrrad-Gesetz fertiggestellt. Den Auftakt zu diesem Prozess machte der erste Gesetzes-„Hackathon“ Deutschlands, es folgten zwei öffentliche Lesungen, die Einarbeitung von Stellungnahmen der Parteien und Rechtsgutachten zur Verfassungsmäßigkeit. In einem großen Plenum wurde das Radverkehrsgesetz und alle Neuerungen mit nahezu Einstimmigkeit verabschiedet.

„Das war ein hartes Stück Arbeit. Wir sind in unserem Zeitplan geblieben. Berlin kann jetzt über Deutschlands modernstes Radverkehrsgesetz entscheiden“, so Dr. Philipp Bastian, der das Jura-Team der Initiative organisiert hat.

Die wichtigsten Neuerungen in Kürze: Diensträder für Führungskräfte und alle Mitarbeiter, Umstellung des Pkw-Fuhrparks auf 20 Prozent Diensträder, mehr Einbahnstraßen-Öffnungen, schlagkräftige Verwaltung, Messungs-, Berichts- und Evaluationspflichten.

Das Gesetz wird heute dem Senat zur Kostenschätzung vorgelegt. Gleichzeitig legt der Volksentscheid Fahrrad eine erste eigene Kostenschätzung vor. Erste Einschätzungen, die in den folgenden Wochen noch weiter überprüft werden, gehen von 320 Millionen Euro aus, verteilt auf sieben Jahre. Pro Jahr ergeben sich also 45 Millionen Euro, das ist nicht mal ein Sechstel von dem, was Berlin für den Straßenverkehr insgesamt ausgibt. Mit 12,60 Euro pro Einwohner und Jahr liegen die Kosten immer noch deutlich hinter den Ausgaben für den Radverkehr von Berlins Partnerstädten Paris, Madrid und London und weit unter den 83 Euro pro Einwohner und Jahr, die Berlin vorrangig für den Kfz-Verkehr ausgibt.

„Das Radverkehrsgesetz ist der preiswerteste Weg, schnell etwas für den Klimaschutz zu tun und gleichzeitig Berlin lebenswerter zu machen“, sagt Heinrich Strößenreuther, Mit-Initiator des Volksentscheids. „Berlin kann jetzt entscheiden: Entweder in den A100-Weiterbau investieren, also eine altbackene Weiter-so-Verkehrspolitik, die den Autoverkehr mit all seinen Problemen weiter fördert und nur an einer Ecke Berlins vorübergehend Stau reduzieren kann. Oder aber eine moderne Mobilitätspolitik, die aufs Rad setzt, effektiv und schnell Klimaschutz möglich macht und für ganz Berlin ein besseres Miteinander im Verkehr bewirkt.“

Detaillierte Informationen über den Volksentscheid findet man auf dieser Website.

Gemeinsame Fahrten zur VELO

Samstag und Sonntag rufen die Mitradgelegenheit, BikeSurf und der ADFC Berlin zu gemeinsamen Fahrten zur Messe auf. Am Samstag gesellen sich außerdem die Vereine Radeln ohne Alter und BIKEYGEES dazu. Los geht es von verschiedenen Startpunkten in Berlin, die Radler sammeln sich dann jeweils um 12:00 Uhr vor dem Brandenburger Tor – von dort geht es gemeinsam mit dem Rad zur VELOBerlin. Mitradeln kann jeder – es ist keine Anmeldungen vorab notwendig! Mit-Radler erhalten ermäßigten Messe-Eintritt.

Messezeit:

16.-17.4.2016 / 10-18 Uhr Ort: Messe Berlin, Messedamm 22/Eingang Ost, 14055 Berlin

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