CSD Berlin 2015

Das Motto: „Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich.“

CSD Berlin 2010 CSD Berlin 2010

(be) Nach den Streitereien des letzten Jahres ist es wichtig und nur gut für die Belange der Community, dass es in diesem Jahr wieder nur eine große Demonstration zum Christopher Street Day in Berlin gibt. Was war los im Jahr 2014? Wir zitieren zum besseren Verständnis an dieser Stelle aus einem gemeinsamen Vorwort des Berliner CSD e.V. und der Berliner Aids-Hilfe e.V. zum Aufruf zum CSD 2015 in Berlin:

„Der Christopher Street Day 2014 war in Berlin ein CSD der Zuspitzungen, Widersprüche und Auseinandersetzungen. Der Berliner CSD e.V. hatte bei der versuchten Umbenennung der CSD-Demonstration in Stonewall-Parade die Community übergangen und frustriert. Mit dem Aktionsbündnis 2014 entstand als Gegenreaktion eine alternative CSD-Demonstration, die aber auch nicht alle Erwartungen erfüllen konnte. Im Verlauf dieser Entwicklung haben beide Seiten versagt, was konstruktive Kommunikation und Konfliktlösungen betrifft. Stattdessen sind Freundschaften zerbrochen; Kränkungen und persönliche Interessen haben wichtige und notwendige politische Diskussionen überschattet. Der CSD 2014 war für niemanden ein Gewinn.“

Ein Neuanfang für den CSD

Dieses Jahr wird nun einiges anders, die unterschiedlichen Lager haben sich zum Glück für die Sache „zusammengerauft“ und herausgekommen ist ein neu gegliederter CSD in Berlin. Dazu Heiko Großer, Vorstandsmitglied der Berliner Aidshilfe: „Was den diesjährigen CSD angeht, gab es im Vorfeld viele Diskussionen zwischen den Akteuren des Aktionsbündnisses und dem neu gewählten CSD-Vorstand, die im Ergebnis wieder zu einem CSD am Kurfürstendamm geführt haben. Dem CSD e.V. geht es finanziell nicht besonders gut, aber der neue Vorstand hat Brücken neu in die Community gebaut, die 2014 eingerissen wurden. Es gibt Veränderungen in der Zugaufstellung und bei der Einbindung der schwul-lesbischen Gemeinde der Stadt. Ich glaube dieses Jahr setzten wir gemeinsam ein Zeichen für einen Neuanfang.“

Riesiges Gedränge bei der CSD Parade am Nollendorfplatz

Riesiges Gedränge bei der CSD Parade am Nollendorfplatz

Unter dem Motto „Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich.“ soll der CSD 2015 durch eine Gliederung in zwei Teile noch mehr als politische Demonstration wahrgenommen werden. Der vordere Teil der Parade ist für die leisen und politisch engagiert auftretenden Gruppen und Vereine reserviert, um ihnen eine größere Wahrnehmung zu ermöglichen, als sie zwischen den lauten Partywagen möglich wäre. Über die Forderungen des CSD 2015 könnt ihr euch hier detailliert informieren. Im zweiten Abschnitt der Parade geht es dann eher lauter und partymäßiger zu.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller eröffnet den diesjährigen CSD am Sonnabend, den 27. Juni um 12 Uhr am Kranzlereck. Der Demonstrationszug setzt sich dann um 12.30 Uhr in Bewegung. Die Route führt über Wittenbergplatz, Nollendorfplatz, Lützowplatz und Siegessäule zum Brandenburger Tor, wo um 16.30 Uhr das Final-Programm startet.

Das Bühnenprogramm am Brandenburger Tor (16:30 Uhr bis Mitternacht) glänzt 2015 mit einer großen musikalischen Vielfalt von Folk bis Poptronics, von 60s bis Ethno-House. Vorständin Angela Schmerfeld freut sich besonders “über die starke Präsenz von Lesben und anderen Weiblichkeiten auf allen Bühnen”. Höhepunkt ist der Auftritt von Laing (“Morgens immer müde”, “Zeig deine Muskeln”), die mit ihrer unverkennbaren Mischung aus Minimal-Elektro, Pop und R’n’B wieder ordentlich Power in die demogeplagten Füße treiben werden. Auch später ist auf der Straße des 17. Juni an Ausruhen nicht zu denken: Mit den Synthie-Popper*innen von Tubbe (“5 Minute Love”, “Liebe.Fertig”) nimmt die Party dann noch mal ordentlich Fahrt auf, bis bei den DJ-Acts Zhala, Ipek und Thomas Schumacher dann endgültig niemand mehr still stehen kann.

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